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Dankbarkeit

  • 2. Apr.
  • 5 Min. Lesezeit


"Manchmal sind es nicht die großen Ereignisse, sondern die leisen Momente, die unser Leben tief berühren."


Willkommen zu dieser Folge. Schön, dass du dir Zeit nimmst – für dich.


Dankbarkeit ist für mich keine große Geste. Sie ist eher eine stille, sehr bewegende und wirkungsvolle Kraft.

In diesem Beitrag teile ich persönliche Gedanken darüber, wie Dankbarkeit mich durch verschiedene Lebensphasen begleitet hat – von einer einfachen Kindheit über herausfordernde Zeiten bis hin zu kleinen, kostbaren Momenten im Hier und Jetzt.

Dies möchte eine Einladung sein, innezuhalten, hinzuschauen und dem Guten im eigenen Leben wieder mehr Aufmerksamkeit, mehr Raum zu geben.







Dankbarkeit – eine leise Kraft



Dankbarkeit war für mich, gefühlt, immer schon da. Nicht laut. Mir nicht wirklich bewusst. Aber sie war da.

Meine Eltern lebten uns diese Dankbarkeit vor - ganz selbstverständlich und ohne großen Worte - einfach so.

Ich bin in einem kleineren Dorf aufgewachsen. Wir hatten, wie die meisten Menschen in unserm Dorf zu dieser Zeit, nicht wirklich viel, aber wir waren zufrieden. Es war ein einfaches und doch gutes Leben. Ich fühlte mich geborgen in einer herzlichen Familie, hatte Freunde/innen, ging gerne zur Schule - für all das war ich von Herzen dankbar.

Und ich war`s wirklich, denn ich sah bereits als Kind, dass all dies nicht selbstverständlich war.


Später kamen auch andere Zeiten. Sorgen. Schwierigkeiten. Probleme. Lebensphasen, in denen Dankbarkeit leiser wurde oder in den Hintergrund trat. Zeiten, in denen mich die Herausforderungen teilweise so sehr beschäftigten, dass manchmal der Blick auf das Gute verstellt.

Heute merke ich: Je älter ich werde, desto dankbarer werde ich. Vielleicht gerade deshalb, weil ich erfahren habe und weiß, dass nicht alles Gute, das mir begegnet, "normal" ist.

Ich bin dankbar für Dinge, die mir früher selbstverständlich erschienen sind. Für kleine Momente. Für eine schöne Blume beim Spazierengehen. Für einen stillen Augenblick. Für Gesundheit. Für eine nette Begegnung.


Nichts ist selbstverständlich. Das wird mir immer bewusster, vor allem, wenn ich andere Menschen, andere Lebensweisen, andere Länder und Situationen beobachte.


Es gibt nicht diesen einen Moment, in dem ich Dankbarkeit plötzlich „verstanden“ habe. Sie war einfach da, leise, spürbar. Aber es gibt viele Augenblicke, die sich tief eingeprägt haben.


So sind wir zum Beispiel sehr frühmorgens per Sesselliftfahrt auf einen Berg gefahren, um von dort oben den Sonnenaufgang zu beobachten. In der Dämmerung wanderten wir Richtung Gipfel an einem stillen Speichersee vorbei, worin sich der Vollmond spiegelte (fast schon kitschig) - und eine halbe Stunde später konnten wir einen herrlichen Sonnenaufgang beobachten. Das war so besonders - so bewegend.

Ich wurde ganz ruhig. Fast andächtig. Mein Herz war weit. Und ich spürte, wie kostbar es ist, diesen Moment erleben zu dürfen.

So fühlt sich Dankbarkeit für mich oft an: Zuerst Freude und Lebendigkeit – und dann Ruhe. Wärme. Ein Ankommen im Hier und Jetzt.


Ich habe auch Dankbarkeit für Erfahrungen entwickelt, die ich mir damals ganz sicher nicht gewünscht hätte.

Zum Beispiel für eine sehr herausfordernde Zeit im Arbeitsleben. Mobbing. Etwas, das wehgetan hat und ich zuerst nicht glauben bzw. verstehen konnte.

Und doch bin ich heute – mit Abstand – dankbar dafür. Denn diese Erfahrung hat mich dazu gebracht, einen Arbeitsplatz zu verlassen und einen neuen Weg einzuschlagen. Mit weniger Stress. Mit kürzerer Arbeitszeit. Mit mehr Lebensqualität.

Dankbarkeit ist nicht immer sofort da. Manchmal wächst sie erst mit der Zeit. Mit Vertrauen. Mit innerem Frieden.


Oft sind es wirklich Kleinigkeiten, die mich berühren - wie Tautropfen auf einer Blume, die winzigen Füßchen eines Babys, die Umarmung eines lieben Menschen, das Lächeln einer vielleicht sogar fremden Person, ... .

Kurze Momente die mich bewegen, oft berühren. Momente für die ich dankbar bin.




Dankbarkeits-Rituale



Ich liebe kleine Dankbarkeitsrituale wie:

  1. Ein Dankbarkeitstagebuch - manchmal reichen Stichworte, die du reinschreibst.

  2. Morgens, noch vor dem Aufstehen, für die Gesundheit, den neuen Tag, die Nacht ... dankbar sein.

  3. Am Abend den Tag noch einmal anschauen und sich fragen: Was war heute gut? Wofür kann ich dankbar sein? Oft gibt es mehr, als wir denken.

  4. Das Dankbarkeitsglas/die Dankbarkeitsbox - darin werden kleine Erinnerungen aufbewahrt, zB Steine, die ich bei einer schönen Bergtour mitgenommen habe, eine Muschel, die an den Meerurlaub erinnert, ein Foto, das an eine besondere Situation erinnert, uvm.





Bei all diesen "Ritualen" geht es einfach darum, sich bewusst zu werden, wie oft am Tag Gutes geschieht.

Wieviel Schönes uns begegnet. Dies bewusst wahrnehmen.

Und - diese schönen Erinnerungen berühren unser Herz noch einmal. Bringen uns zum Lächeln. Tun uns einfach gut.

Dazu habe ich eine schöne Geschichte entdeckt - vielleicht gefällt sie dir auch.




Die Geschichte mit den Bohnen

 

 

Es war einmal eine glückliche, fröhliche und zufriedene Frau. Sie verließ niemals ihr Haus ohne eine Handvoll Bohnen mitzunehmen.


 



Sie tat dies nicht etwa, um die Bohnen zu kauen, nein, sie steckte sie einfach in die rechte Hosentasche.

Jedes Mal, wenn sie etwas Schönes erlebte, wie den Sonnenaufgang, ein Kinderlachen, eine interessante Begegnung, ein gutes Essen oder ein Treffen mit Freunden, dann nahm sie dies ganz bewusst wahr,

freute sich von Herzen darüber und ließ eine Bohne von der rechten Tasche in die linke gleiten.

War das Erlebnis besonders schön und gar überraschend, wechselten sogar zwei oder drei Bohnen die Seite

 

Abends saß die Frau dann zu Hause und zählte die Bohnen aus der Tasche.

Bei jeder Bohne konnte sie sich an das positive Erlebnis erinnern.

Sie führte sich so vor Augen, wie viel Schönes ihr an diesem Tag widerfahren war.

Und selbst wenn Sie lediglich eine Bohne zählen konnte,

zauberte die Erinnerung an das Erlebte ein Lächeln auf ihr Gesicht.

 

 

“Dankbarkeit verändert nicht das Leben – aber sie verändert die Art, wie wir ihm begegnen.”


Nicht jeder Tag ist gut, aber jeder Tag hat etwas Gutes – es geht darum, dies zu erkennen. Vielleicht ist Dankbarkeit genau das: den Blick bewusst auf das zu richten, was schon da ist.

Nicht, weil alles perfekt ist. Sondern weil das Leben – trotz allem – so viele kleine Geschenke bereithält.

Dankbarkeit kann unser Leben tatsächlich positiv verändern, denn wer dankbar ist, erlebt ein tiefes Gefühl

von Glück, das schließlich zu einem Zustand wird.




Sprüche und Zitate:


Nicht die Glücklichen sind dankbar, sondern die Dankbaren werden glücklich!


"Niemand kann unglücklich und dankbar zugleich sein!" Deshalb sei dankbar und glücklich.


"Dankbarkeit ist das Gefühl des Staunens und der Feier des Lebens“, sagt der Psychologie-Professor Robert Emmons, einer der weltweit führenden Experten in der Dankbarkeitsforschung.


„Dankbarkeit bringt Sinn in unsere Vergangenheit, Frieden in unsere Gegenwart und Perspektive in unsere Zukunft.“


„Dankbarkeit ist die Erinnerung des Herzens und das Lächeln der Seele.“



Mein Impuls für dich:


Vielleicht magst du heute oder in den nächsten Tagen öfter mal still hinschauen: Wofür bist du dankbar?

Und vielleicht spürst du dann, wie viel Wärme darin liegt.



Ich sage danke. Danke, dass du da warst.

Und danke, dass du dir diese Zeit geschenkt hast.

Bis zum nächsten Mal.

Kommentare


Isabella Falbesoner

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